Wer bin ich und wenn ja, für wen?

Als ich von der Blogparade im Twitterlehrerzimmer gelesen habe, hatte ich spontan Lust auch etwas zu schreiben. Mein Problem war nur: Ich hatte keinen Blog. Zuerst habe ich überlegt, es irgendwie über Google Docs zu machen, aber das erschien mir schnell wenig praktikabel und nachhaltig.

Also beschloss ich einen neuen Blog zu eröffnen und entschied mich hier für wordpress. Doch nun stand ich vor der nächsten Herausforderung: Ich brauchte einen coolen, passenden und griffigen Namen für meinen Blog, der mich und mein pädagogisches Selbstbild beschreibt.

Lange habe ich hin und her überlegt und war dabei nicht nur auf der Suche nach einem Namen, sondern auch ein Stück weit nach mir selbst. Wie sehe ich mich selbst als Lehrer, wie sehe ich das Lernen meiner SuS und wie positioniere ich mich dazu?

Viele Worte gingen mir durch den Kopf, keines passte. Beeinflusst durch diverse Blogbeiträge und Twitterdiskussionen wollte ich nichts mit zeitgemäß, Bildung, Lehrer, Pädagoge, digital, Digitalität, uvm. Ich brauchte etwas neues.

Im Nachsinnen über mich, meinen Unterricht und meine pädagogischen und didaktischen Einstellungen kamen mir die Begriffe Lernweg und Wegweiser nahe. Je länger ich darüber nachdachte, desto besser gefiel mir das Bild und das daraus entstehende Wortspiel.

Den Lernweg gehen meine Schüler und ich gemeinsam. Ich bin nicht schon am Ziel und warte, ich fahre meine Kinder nicht mit dem Auto wohin sie wollen, sondern wir sind gemeinsam lernend unterwegs. Mal bestimme ich die Richtung und das Tempo, mal genieße ich es meinen SuS hinterherzutrotten und sie zu beobachten. Manchmal ist der Weg breit und bequem, manchmal steinig und steil. Das Gefühl gemeinsam unterwegs zu sein und irgendwie voran zu kommen, den zurückgelegten Weg im Nachhinein betrachten zu können, all das schweißt uns zusammen.

Der Wegweiser gibt Orientierung. Er ist ein Haltepunkt, an dem man innehalten und nach der Richtung schauen kann. Er ist da, auch wenn er nicht beachtet oder befolgt wird. Je nach Ziel ändert sich die Richtung, die Entfernung und der Weg.

Ich will ein weiser, kluger Lernwegweiser sein. Einer, der alles im Blick hat: Kind, Weg, Ziel, Entfernung, Fortschritt, Hindernisse. Einer, der Hilfe gibt, den Weg zeigt, über Schwierigkeiten hilft, motiviert und tröstet. Einer, der bei all dem nie die Orientierung und den Überblick verliert und egal in welcher Lage sich die Kinder befinden, für alle stets ein sicherer Halt- und Fixpunkt ist.

Lern – Weg – Lernweg – Wegweiser – Weiser – Lernweiser

In diesem Bild finde ich mich, mein Bild von mir als Lehrer und meine Sicht auf die Schülerinnen und Schüler wieder. Gemeinsam auf dem Weg zu sein und diese Reise von Herzen zu genießen macht mich in den vergangenen Wochen so glücklich wie selten zuvor. Ich bin freudig und gespannt, wohin mich meine Reise führen wird, aber mein Marschgepäck ist gepackt.

Wer Lust hat mich ein Stück meines Weges zu begleiten, ist herzlich eingeladen meinem Blog zu folgen, zu kommentieren und Lernwegbegleiter (und Lernwegweiser für mich?) zu sein. In diesem Sinne: omnes viae Romam ducunt.

P.S.: Für alle, die die nackten Fakten interessieren: Mein bürgerlicher Name ist Jonathan Schäfer. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Ich unterrichte an einer Grundschule in Nürnberg in 3. und 4. Klassen. Ich bin Systembetreuer, Twitternutzer und digitaler Vorreiter an meiner Schule.

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